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Die Heiligenbergkapelle steht zwar nicht direkt im Dorf, aber zwischen drei Dörfern. Also auch mittendrin. Deshalb passt die Pfingstbotschaft, die Landkabarettist Udo Reineke am Montag, 25. Mai, vor dem kleinen Gotteshaus inmitten der Natur verkündet, durchaus auch zu diesem Ort: „Die Kirche im Dorf lassen!“

Die St.-Michaelskapelle auf dem Heiligenberg zwischen Ovenhausen, Lütmarsen und Bosseborn ist von Mönchen des Klosters Corvey begründet worden. Die Kirchengemeinde Ovenhausen erfüllt diesen besonderen spirituellen Ort mit Leben.

Der Heiligenberg zwischen Ovenhausen, Lütmarsen und Bosseborn zieht seit jeher Menschen in seinen Bann. Denn er bringt sie nicht nur mit der wohltuenden Kraft christlicher Spiritualität, sondern auch mit der Schöpfung Gottes und ihrer erhaltenswerten Schönheit in Berührung. Mönche des Klosters Corvey entdeckten dieses Potenzial und legten 1078 auf dem markanten Hochplateau den Grundstein zur St.-Michaelskapelle. Ob sie gedacht hätten, dass dieser von ihnen erschlossene Kraftort auch 950 Jahre später noch so viel Anziehungskraft ausüben wurde?

Wie ein Heimathafen in unruhiger See

Das tut der Heiligenberg mehr denn je. Denn schon allein die Beständigkeit der kleinen Kapelle wirkt wie ein Heimathafen in unruhiger See. Wenn dann auch noch die Natur ihren schützenden Mantel ausbreitet, bleiben Sorgen außen vor – sodass die Menschen Kraft tanken können gegen Ungemach und Ängste.

Pfingsten auf dem Heiligenberg: Die Feierlichkeiten vor der St.-Michaelskapelle sind immer sehr gut besucht.

Im Wissen um diese Heilwirkung ist es der Katholischen Kirchengemeinde Ovenhausen ein Anliegen, die St.-Michaelskapelle nicht nur in ihrer Substanz zu erhalten, sondern sie den Menschen mitsamt dem Natur-Idyll ringsherum als einen pastoralen Ankerplatz und verlässlichen, christlich geprägten Ort anzubieten. Gerade in disruptiven Zeiten komme es mehr denn je darauf an, „Austausch und Gemeinschaft erlebbar zu machen“, sagt Kirchenvorstand Hans-Werner Gorzolka.

Eine Gelegenheit dazu sind die Pfingstfeierlichkeiten – eine „Kundgebung christlichen Glaubens und gelebter christlicher Überzeugung“. Der Festgottesdienst mit anschließendem Beisammensein zieht Jahr für Jahr bis zu 800 Gäste an und gehört zu den Leuchtturmprojekten im Pastoralverbund Corvey. Besondere Festredner tragen dazu bei, dass dieser Vormittag die Menschen beflügelt wie der Anlass des besonderen Freiluft-Gottesdienstes selbst. Denn an Pfingsten feiern die Christen, dass die Jünger Jesu vom Heiligen Geist erfüllt werden. Befähigt und inspiriert ziehen sie in die Welt, um das Evangelium zu verkünden. Es ist der Geburtstag der Kirche.

Die Kirche im Dorf lassen: Mal sehen, was Udo Reineke dazu sagt. Die Aufnahme zeigt ihn beim Kirchenkabarett im September 2023 in Corvey: Durch den Mittelgang ist der Landsatiriker plaudernd in die ehemalige Abteikirche eingezogen und hatte sofort die Lacher auf seiner Seite. 

Diesen Geburtstag feiern die Menschen am Pfingstmontag, 25. Mai, auch mit Humor. In den Gesang der Vögel wird sich manch herzhaftes Lachen mischen. Denn bei Udo Reineke, dem berühmt-berüchtigten Landkabarettisten aus der Warburger Börde, bleibt kein Auge trocken. Hinter seinem Thema, „Die Kirche im Dorf lassen“, kann sich vieles verbergen, betont Hans-Werner Gorzolka: „Frage, Wunsch, Forderung, Bitte, aber auch Sorge um Ehrenamt und Dorfentwicklung beim aktuellen Bistumsprozess“. „Ganz feiner Stoff für Satiriker“, sagt Udo Reineke, aber auch für höchst aktuelle Pfingstbotschaften. Schließlich verspreche die Kombination von Pfingsten und „Kirche im Dorf lassen“ ein „multikulturelles Erleuchtungserlebnis mit hoffentlich gutem Ausgang“.

Udo Reineke beim Kirchenkabarett in Corvey dabei

Unter den Gästen, die diese Erleuchtung erfahren, werden sicher viele „Wiederholungstäter“ sein – Menschen zum Beispiel, die Udo Reineke beim Kirchenkabarett Ende September 2023 in der ehemaligen Abteikirche Corvey erlebt haben. Im Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen der ehemaligen Benediktinerabtei und heutigen Welterbestätte bei Höxter zeichnete der Landsatiriker in seiner kultigen grünen Kluft mit scharfer Zunge den Weg aus der heilen Welt der Volkskirche hin zur selten gewordenen Spezies der Katholiken nach.

Das riesige Publikum war aus dem Häuschen. Jetzt schauen die Menschen erwartungsfroh in Richtung Pfingsten. Das Team der Kirchengemeinde Ovenhausen freut sich nicht nur auf Udo Reineke, sondern auch darauf, dass die Pfingstfeierlichkeiten erstmals in ein Pilgerangebot des Dekanats Brakel eingebunden sind. Unter dem Leitmotiv „Himmelwärts“ sind Einheimische und Gäste von Mai bis September zu spirituellen Momenten zwischen Egge und Weser eingeladen. Auftakt der Veranstaltungsreihe ist der Pfingstmontag auf dem Heiligenberg. Aus allen Himmelsrichtungen können die Menschen zur St.-Michaelskapelle pilgern.

Pfingsten 2023 auf dem Heiligenberg: Der damalige Corveyer Kirchenvorstand   Josef Kowalski (2. von links) hielt die Festansprache.  Hans-Werner Gorzolka (Kirchenvorstand  Ovenhausen) und Pastoralverbundsleiter Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek dankten Josef Kowalski für sein mitreißendes Glaubenszeugnis und schlossen in den Dank auch Ehefrau Elisabeth ein. 

Die Feierlichkeiten selbst gestalten sich im Ablauf wie immer. Um 9.15 Uhr zieht die Pfingstprozession von der Pfarrkirche Ovenhausen aus hinauf zum Berg. Das Festhochamt dort oben beginnt um 10 Uhr. Um einen Impuls zur Ökumene zu geben, sprechen Repräsentanten der Evangelischen Kirche die Fürbitten. Die musikalische Umrahmung übernehmen die Blaskapelle Ovenhausen und die Männergesangvereine aus Bosseborn und Ovenhausen.

„Hier lernt die Seele fliegen“

Die Kirchengemeinde Ovenhausen lädt anschließend zur Begegnung mit Imbiss und Getränken unter dem Blätterdach des Vorplatzes der Kapelle ein. „Die Blaskapelle Ovenhausen sorgt für die musikalische Unterhaltung“, kündigt Kirchenvorstand Hans-Werner Gorzolka an. Die Kollekte und der Erlös aus Imbiss und Getränken dienen dem Unterhalt der St.-Michaelskapelle. Ausklang ist gegen 13 Uhr.

Wie in den Vorjahren wird ein kostenloser Bustransfer angeboten: um 9.15 Uhr ab Ovenhausen (Kirche) und um 9.30 Uhr ab Bosseborn (Haltestelle). Der Bus fährt kurz nach Ende der Hl. Messe zurück. Vor Ort auf dem Heiligenberg werden Toiletten bereitgestellt. Die Kirchengemeinde sorgt für professionelle Tontechnik und bereitet eine Bestuhlung für mindestens 500 Personen vor.

Ihre Einladung richtet sich an alle Interessierten aus dem Pastoralverbund Corvey und der Region. Die Initiatoren hoffen, dass von den Pfingstfeierlichkeiten auch in diesem Jahr wieder eine Botschaft ausgeht, die der Schauspieler Hans Kremer bei einer Lesung in der St.-Michaelskapelle vor einigen Jahren für den Heiligenberg und seine Aura ins Wort brachte: „Hier lernt die Seele fliegen“.