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Siebeneinhalb Millionen Euro Zuschüsse hat das Erzbistum Paderborn in den zurückliegenden Jahren in die didaktische Erschließung des karolingischen Westwerks und auch in Baumaßnahmen für den Erhalt des zum Welterbe geadelten Kulturdenkmals investiert. Das Finanzgremium der Erzdiözese, der Kirchensteuerrat, hatte diese Mittel bewilligt und gewann jetzt bei einer Tagung vor Ort in Corvey den Eindruck, dass die Zuschüsse gut angelegtes Geld sind.

Der Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn besuchte mit der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey am Weserbogen bei Höxter das einzige UNESCO-Weltkulturerbe in Westfalen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Dem Gremium gehören 19 gewählte und berufene Mitglieder (17 Laien und zwei Priester) an. Den Vorsitz hat Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz inne, stellvertretende Vorsitzende ist Petra Brinkmann aus Paderborn.

Einmal im Jahr tagt der Kirchensteuerrat auswärts. Das einzige Welterbe in Westfalen bildete jetzt den Rahmen für diese turnusmäßige Sitzung. Dr. Udo Markus Bentz, Oberhirte von knapp 1,3 Millionen Katholiken zwischen Ruhr und Weser, hatte die 822 gegründete ehemalige Benediktinerabtei gleich nach der Ankunft in einer Videobotschaft auf seinem Social-Media-Kanal als „einen der ganz besonderen Orte in unserem Erzbistum“ ins Licht gerückt.

Corvey macht Verantwortung deutlich

Der Kirchensteuerrat sei an diesem Ort zusammengekommen, um über Haushaltsfragen zu diskutieren – und auch über Fragen im Zusammenhang mit den großen Veränderungen, die gerade der Öffentlichkeit vorgestellt worden seien. 21 Seelsorgeräume als neue Grundstruktur, eine neue Verwaltungsstruktur im Erzbistum: „Das alles bewegt uns – und das an einem so historischen Ort.“ Corvey mache deutlich, „welche Verantwortung wir haben, unsere Geschichte und unsere Herkunft mit oft auch schwierigen Entscheidungen doch so zu gestalten, dass wir hoffnungsvoll in eine gute Zukunft gehen können.“

Bei der auswärtigen Sitzung des Kirchensteuerrates wurde das Weltkulturerbe Corvey besucht und nach einer Beratung der Punktewert für die Schlüsselzuweisungen der Kirchengemeinden auf 2,52 Euro für das Jahr 2027 festgelegt. Im Bild Bürgermeister Daniel Hartmann (von links), stellvertretende Vorsitzende Petra Brinkmann, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek, Verwaltungsleiter Marcus Beverungen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek begrüßte als Leiter des Pastoralen Raumes Pastoralverbund Corvey gemeinsam mit Marcus Beverungen, Verwaltungsleiter im Pastoralen Raum und Geschäftsführer des Welterbes karolingisches Westwerk und Abteikirche Corvey, sowie Bürgermeister Daniel Hartmann die Frauen und Männer des Kirchensteuerrates. Die Führungen übernahmen Annika Pröbe vom Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn als Standortleitung für das Weltkulturerbe karolingisches Westwerk und Abteikirche Corvey sowie Josef Kowalski als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus.

Multimediale Angebote überzeugen

Beide fächerten eindrucksvoll auf, was die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Westwerks und der barocken Abteikirche seit der Welterbeanerkennung 2014 geschaffen hat. Glanzlicht sind die attraktiven multimedialen Angebote, die den Menschen die große Geschichte des Klosters und die ursprüngliche Ausgestaltung des Johanneschores – der Herzkammer des Welterbes im Obergeschoss des Westwerks – vor Augen führen. Zeitgemäß und zugleich würdig erschließen sich den Gästen in einer Film-Zeitreise ins Jahrtausend der Mönche und mit Hilfe einer Augmented-Reality-App die glanzvollen Alleinstellungsmerkmale, die das Weserkloster in den Olymp des Erbes der Menschheit gehoben haben.

Diese kostbare Bausubstanz gilt es konservatorisch und restauratorisch zu sichern. Auf diesem Gebiet ist, wie bei einer Dombauhütte, in Corvey immer viel zu tun.

Die neu konzipierte Dauerausstellung mit Schätzen der Kirchengemeinde rundet die fulminante Fortentwicklung der Welterbestätte ab. Als Glaubens- und Verkündigungsort erfüllt die Kirchengemeinde die ehemalige Reichsabtei derweil ebenfalls impulsgebend mit Leben – und hat bei ihren pastoralen Angeboten immer auch junge Menschen im Blick. Sie mit Corvey in Beziehung zu bringen, ist auf die Zukunft ausgerichtet. Denn auch in den nächsten Jahrzehnten braucht es Begeisterte, die den Leuchtturm am Weserstrand sowohl in seiner Substanz als auch in seiner Publikumswirksamkeit und seiner spirituellen Bedeutung erhalten.

Dass die kleine Gemeinde auf diesem herausfordernden Weg am Drücker – und das Welterbe bei den Haupt- und Ehrenamtlichen in besten Händen ist: Dieses gute Gefühl konnte das „Team Corvey“ dem Kirchensteuerrat überzeugend vermitteln. Über die in Corvey gefassten Beschlüsse des Finanzgremiums berichtet das Erzbistum auf seiner Homepage.