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„Welterbe Corvey – wo der Himmel die Erde berührt“: In Anlehnung an das Motto des Jubiläumsjahres zum 1200-jährigen Bestehen der ehemaligen Benediktinerabtei macht die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus das Welterbe am Weserbogen mit einem ansprechenden pastoralen und kulturellen Programm in seiner einzigartigen Strahlkraft erlebbar. Eine neue Broschüre gibt jetzt einen kompakten Überblick.

Herzlich willkommen in Corvey: Der Aufsteller draußen weist auf die Digitalangebote der Kirchengemeinde im Westwerk hin. Kirchenaufsicht Beate Werdehausen hat für die Gäste die Programmbroschüre gleich am Tresen griffbereit. Fotos: Kirchengemeinde Corvey/Sabine Robrecht

Druckfrisch liegt das handliche Programmheft seit dem Saisonauftakt Ende März vor. In der ehemaligen Abteikirche ist es ebenso erhältlich wie in den Gemeinden des Pastoralverbunds Corvey, im zentralen Pfarrbüro in Höxter und in der Tourist-Information. Auswärts macht die Broschüre beim Dekanat in Brakel, am Sitz des Netzwerks Klosterlandschaft OWL in der Abtei Marienmünster und auch im Diözesanmuseum Paderborn auf das Welterbe Corvey als Glaubensort und Kulturdenkmal von internationalem Rang aufmerksam.

Weil Corvey beides ausstrahlt – Kulturgeschichte und Verkündigung – lohnt das Programm mit Gottesdiensten, Kirchenmusik, Veranstaltungen und Festen auch für Gäste außerhalb Höxters. Deshalb der überregionale Verteiler für die Broschüre.

Gottesdienste, Kirchenmusik, Veranstaltungen, Feste

Den Rahmen für die etwa 20 kirchlichen Programmpunkte bilden das karolingische Westwerk und die ehemalige Abteikirche. Besondere Gottesdienste, die beliebten musikalischen Sonntagsvespern ab 12. April, hochkarätige Vorträge in Anlehnung an das erfolgreiche „Zeitreise“-Format aus dem Jubiläumsjahr und neue Abend-Angebote im Sommer – Stichwort „Begegnungsraum Kirche“: Akzentsetzungen wie diese machen die Landmarke bei Höxter in der Leuchtkraft erlebbar, die das Benediktinerstift direkt nach seiner Gründung 822 über Jahrhunderte hinweg entfaltet hat.

Was die Mönche damals – vor mehr als 1200 Jahren – auf Geheiß Ludwigs des Frommen am Strand der Weser implementierten, war für die Menschen vor Ort vollkommen neu. Die Religion, für die die Ordensmänner ein Bollwerk schufen, brachte nicht nur einen monotheistischen Glauben, sondern zugleich auch die Schrift mit ins Land der Sachsen. Dieser Kulturtransfer machte Corvey zu einem nachhaltig erfolgreichen Innovationszentrum.

Draußen – an der Doppelturmfassade – künden die Steine des Westwerks von der Mission der Mönche, das Evangelium zu verkünden.

Zentrales Anliegen der Erbauer war die Hoffnungsbotschaft des Evangeliums. Das Ziel, sie zu verkünden, setzte in den Ordensmännern eine Schöpferkraft frei, die sich bis heute vor allem im karolingischen Westwerk auch baulich ablesen lässt. Die Herzkammer des Welterbes ist steingewordene Verkündigung und zugleich Zeugnis progressiver architektonischer Gestaltungselemente, die die Ordensmänner für ihre Mission zum Einsatz brachten.

Beleuchtung ist ein Markenzeichen

Die Innovationskraft von damals strahlen die Mauern des Westwerks drinnen wie draußen auch nach mehr als 1000 Jahren eindrucksvoll aus. Deshalb gehen (Licht-)farben von heute mit dem frühmittelalterlichen Umfeld eine stimmige Verbindung ein. Diesen Eindruck hat die Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstag 2026 im Johanneschor gemacht: Gemeindereferent Carsten Sperling und Pastor Thomas Nal hatten die Emporenkirche in einen Abendmahlssaal verwandelt und mit Scheinwerfern in stimmungsvolles, mehrfarbiges Licht getaucht.

Gründonnerstag 2026 im Johanneschor: Die Beleuchtung unterstreicht die besondere Atmosphäre des Triduums.

Die moderne Beleuchtung ist Markenzeichen des alternativ gestalteten österlichen Triduums in Corvey und prägt auch die Lightroom-Gottesdienste, mit denen Carsten Sperling und Pastor Thomas Nal die Firmbewerberinnen und -bewerber jedes Jahrgangs für Corvey und vor allem für Christus gewinnen möchten. 2025 hat der Pastoralverbund Corvey das Sakrament samt Vorbereitung ins Welterbe verlegt. Am Freitag, 8. Mai, spendet Weihbischof Josef Holtkotte zahlreichen jungen Menschen in der ehemaligen Abteikirche dieses so wichtige Sakrament. Die Lightroom-Gottesdienste richten sich natürlich nicht nur an die Jugendlichen, sondern an alle Interessierten. Der nächste Termin steht auch im Programmheft der Kirchengemeinde: Sonntag, 12. April.

Blue Church auf den Spuren der Komplet

Ein besonderes Licht prägt das Format, welches dem Abendgebet der Mönche, der Komplet, am Klosterort Corvey zur Renaissance verhilft: Die drei Blue-Church-Abende alljährlich im Herbst erfreuen sich großer Beliebtheit. Ideengeber Hans Hermann Jansen, Projektleiter des Netzwerks Klosterlandschaft OWL, kombiniert im nachtblauen Johanneschor die traditionsreichen Psalmen mit zeitgemäßer Musik und lädt auch in diesem Jahr wieder zu dieser besonderen Komplet-Erfahrung ein. Wann – darüber gibt die Programmbroschüre ebenso Auskunft wie über die Termine der monatlichen musikalischen Sonntagsvespern von April bis Oktober.  Mit diesen kirchenmusikalischen Akzentsetzungen bringen Hans Hermann Jansen und die Mitwirkenden den Glauben, der Corvey seit jeher prägt, zum Klingen.

Annika Pröbe, Standortleiterin für das karolingische Westwerk und die barocke Abteikirche, hat für die Saison der Kirchengemeinde ein neues Angebot konzipiert: „Räume, Zeichen, Symbole – Begegnungsraum Kirche“ sind zwei Abende im Sommer überschrieben. Am 16. Juni und 16. Juli lädt sie jeweils um 18.30 Uhr in die Klosterkirche ein, um den Sakralbau und seine reiche christliche Symbolik im Dialog mit den Gästen in den Blick zu nehmen.

Zeitreise Corvey: Das Erfolgsformat aus dem Jubiläumsjahr 2022/2023 erlebt eine Fortsetzung.

Vorträge versprechen Erkenntnisgewinne

Spannende Erkenntnisgewinne versprechen auch die beiden „Zeitreise“-Vorträge im Programm der Kirchengemeinde: Professor Dr. Mechthild Black-Veldtrup, LWL Landesarchiv Münster, spricht am 11. Mai in der Abteikirche zum Thema: „Corveyer Quellen erzählen Geschichten. Von Karl dem Großen bis zum Pferde-, Vieh und Krammarkt“. Am 9. September gestaltet Professor Dr. Andreas Koritensky, Theologische Fakultät Paderborn, den zweiten „Zeitreise“-Vortrag. Er steht unter dem Titel „Bildung und kulturelle Identitätssicherung im Übergang in eine neue Zeit. Warum der spätantike Philosoph Boethius nach Corvey kam.“

Das Werk des Philosophen gehört zu den bemerkenswertesten Schriften in der ausgehenden Spätantike und spielte im jungen Kloster Corvey eine Rolle. Abt Bovo II. (reg. 900 – 916)  hat der Nachwelt zu Boethius‘ „Trost der Philosophie“ einen Kommentar hinterlassen. Die „Zeitreise“ richtet den Scheinwerfer also auf Corveys Bedeutung als Ort der Gelehrsamkeit.

Bei den Vortragsabenden (Beginn: 19 Uhr) und den neuen Begegnungsraum-Angeboten im Sommer übernimmt Domorganist Dominik Baldiun die musikalische Gestaltung. Die Kirchengemeinde freut sich auf viele Gäste.

Große Feste wie die Vitus-Feierlichkeiten am Sonntag, 21. Juni, runden die Übersicht im Programmflyer ab. Er lohnt sich also, das Heft mitzunehmen immer griffbereit zum Nachschlagen aufzubewahren.