„Für Überraschungen bin ich immer gut“, sagt Jürgen Holletzek fröhlich, als er wie verabredet zum Lightroom-Gottesdienst in die Abteikirche Corvey kommt und in die erstaunten Gesichter seiner Gastgeber schaut. Denn der Fußballtrainer hat – was selbst die „Regie“ nicht wusste – jemanden mitgebracht. Einen Fußballprofi. Der so sympathisch und nahbar ist wie Gemeindereferent Carsten Sperling ihn beim SC Paderborn nach einem Spiel erlebt hat: Aaron Zehnter.

Petra und Jürgen Holletzek (von links), Luzia und Georg Zehnter, Sophie Waldhoff, Aaron Zehnter und Yvonne und Carsten Sperling schauten gemeinsam auf einen besonderen Gottesdienst zurück. Aarons Besuch war eine Überraschung. Fotos: Kirchengemeinde Corvey/Sabine Robrecht
Das Gottesdienst-Format in seiner stimmigen Melange aus Licht, Musik und authentischen Glaubenszeugnissen geht auf eine Idee des Gemeindereferenten zurück. Für die vierte Auflage im Welterbe hat er jetzt die schönste Nebensache im Leben vieler Menschen – König Fußball – in den Mittelpunkt gestellt.
Lebenserfahrung, Glaubensfragen und Sportsgeist
Unter dem Leitgedanken „Läuft bei dir? Gewinnen. Scheitern. Weitermachen.“ trafen sich, wie geplant, Lebenserfahrung, Glaubensfragen und Sportsgeist. Der Abend nahm aber trotzdem, wie manches Fußballspiel, gleich beim Anpfiff eine ungeahnte Wendung. Weil Gesprächspartner Jürgen Holletzek, langjähriger Leiter der Fußballschulen von Hannover 96 und des VfL Bochum und bis heute Inhaber des von ihm gegründeten Unternehmens „Hollyvent Sportmarketing“, nicht alleine gekommen war. Kein Wunder also, dass Carsten Sperling die „Sendezeit“ beim „Aktuellen Lightroom-Sportstudio“ genauso überzogen hat wie Thomas Gottschalk zu seinen Glanzzeiten die ZDF-Show „Wetten dass“.

Spontan baute Carsten Sperling den Top-Sportler Aaron Zehnter ins Interview ein. Trainer Jürgen Holletzek hatte den prominenten Bundesligaspieler überraschend nach Corvey mitgebracht.
Fußballerisch ausgedrückt, ging der Gottesdienst in die Verlängerung. Denn der prominente Überraschungsgast Aaron Zehnter wurde spontan ins Interview einbezogen. Vor vollbesetzten Kirchenbänken sprach der sympathische Spitzensportler nicht nur über seinen Weg in den Profifußball, sondern auch über den Glauben. Dieser hat in der Familie Zehnter einen festen Platz. Und auch Aaron geprägt. Freimütig bekannte sich der 21-Jährige im Welterbe zum Glauben – erzählte im Interview, dass er vor dem Spiel in der Kabine bisweilen kurz betet oder sich direkt vor dem Anpfiff noch schnell bekreuzigt. Um den Fokus aber sogleich voll und ganz auf das zu richten, was er auf dem Platz erbringen will: Leistung.
Diese hat den jungen Mann aus Unterfranken weit nach oben gebracht. Bis 2025 spielte er beim SC Paderborn 07 in der zweiten Liga und wechselte dann zum Erstligisten VfL Wolfsburg. In den Kader der U21-Nationalmannschaft wurde er im September 2025 nachnominiert. Aus dem Publikum erreichte ihn beim Interview in der ehemaligen Abteikirche ein postwendend mit Beifall bekräftigter Zwischenruf: „Aaron, komm zurück zum SC Paderborn!“, sprach einer der Gäste aus, was sich viele wünschten.
Aaron Zehnter nimmt sich ganz bewusst Zeit für die Fans
An die Pader war das aufstrebende Talent Anfang 2024 vom FC Augsburg gekommen. Carsten Sperling und seine Familie erlebten ihn bei einem SCP-Heimspiel in der Home Deluxe Arena und waren beeindruckt, wie nahbar er nach der Partie auf seine Fans zuging. Für die Begegnungen mit ihnen, für Autogramme und gemeinsame Fotos, nimmt Aaron Zehnter sich immer ganz bewusst Zeit. Das bekräftigte er auch beim Gespräch in Corvey. Ein Star ohne Allüren. Authentisch. Unprätentiös. Im Stadion wie auch im Privaten.

In familiärer Vertrautheit besuchten Aaron Zehnter und seine Freundin Sophie Waldhoff sowie die Eltern des Profi-Spielers, Luzia und Georg Zehnter, den Lightroom-Gottesdienst. Aaron hatte am morgen noch beim VfL Wolfsburg trainiert.
Diesen Eindruck gewannen die Gottesdienstbesucher. Sie erlebten in Corvey auch den privaten Aaron Zehnter. Mit seiner Partnerin Sophie Waldhoff war er direkt aus Wolfsburg gekommen, wo er am Morgen noch trainiert hatte. Um ihren Sohn zu begleiten, waren die Eltern Luzia und Georg Zehnter aus der Heimat in der Nähe von Würzburg angereist. In familiärer Vertrautheit nahmen die vier in der Kirchenbank Platz, um die Impulskraft dieses Abends – die Kernbotschaft, dass Niederlagen nicht das letzte Wort haben, – und auch die bewegende Musik auf sich wirken zu lassen.
Mit Jürgen Holletzek und seiner Ehefrau Petra besteht eine herzliche Verbindung. Der erfahrene Trainer aus Boffzen hat auch Aaron Zehnter auf einem Stück seines Karrierewegs begleitet und erlebt auch bei ihm, wie wichtig der familiäre Rückhalt für einen Sportler ist. „Das Elternhaus spielt eine große Rolle“ – von den ersten Fußballschuhen bis hin zur Profikarriere. Das weiß Holletzek aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung.
Talentförderer hat 115.000 Kinder betreut
115.000 (!) Kinder hat der sympathische Talentförderer betreut und begleitet. Und immer wieder erreicht, dass zurückhaltende Charaktere auf dem Rasen zu Torjägern aufblühen und aus diesen positiven Erfahrungen Kraft schöpfen. „Korrigieren statt kritisieren“: Das Leitprinzip des Mentors geht auf. Er sagt den Kindern, was sie besser machen können. Das bringt Selbstreflexion und Selbstvertrauen in eine gesunde Balance. Mit dieser Haltung schaffen sie es, nicht aufzugeben und auch nach bitteren Niederlagen wieder aufstehen und nach vorne zu schauen.
Aaron Zehnters lebendiges Zeugnis aus dem Profifußball verlieh diesem Gedanken eine zusätzliche Glaubwürdigkeit. Und machte den Abend, wie Carsten Sperling resümiert, „länger als geplant, aber auch dichter“.
Für Jürgen Holletzek war er ein Heimspiel. Denn seine Großeltern hatten als Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg bei der herzoglichen Familie ein Dach über dem Kopf gefunden. Die Familie lebte im Dreizehnlindenhaus. Jürgen Holletzek war zwar erst zwei, als er mit seinen Eltern von dort aus nach Boffzen umzog. Trotzdem blieb Corvey für ihn ein familiärer Bezugspunkt. Immer wieder war er da, kickte mit anderen Kindern auf der Wiese vor der Vorburg. „Der Ball flog manches Mal in den Bach.“ Der Trainer und Talentförderer schließt nicht aus, dass er schon damals – als kleiner Junge – seine Leidenschaft für den Fußball entdeckt hat.

Die Musik – wie immer bewegend gestaltet von Yvonne Sperling (Gesang), Kira Westermann (Violine) und Ralf Westermann (Piano) – spielte wie immer eine Hauptrolle beim Lightroom-Gottesdienst.
Verbunden ist Jürgen Holletzek dem Welterbe aber nicht nur, weil es Ausgangspunkt seiner lebenslangen Fußballbegeisterung war. Als Glaubensort liegt Corvey ihm und seiner Frau am Herzen. Deshalb besuchen sie die ehemalige Benediktinerabtei gerne auch mit Gästen – so wie jetzt mit der Familie Zehnter. Aaron Zehnter und seine Eltern gewannen einen nachhaltigen ersten Eindruck vom Welterbe am Weserbogen. Freundin Sophie Waldhoff kannte Corvey schon, weil sie aus Steinheim stammt.
Glaube und Menschlichkeit keine Nebensache
Beim Lightroom-Gottesdienst wurden sie alle zu Botschaftern des guten Gefühls, dass Haltung, Glaube und Menschlichkeit keine Nebensachen sind – weder im Sport noch im Leben. Und dass auch Christus in seinem verlässlichen Beistand hilft, nach dem Scheitern wieder aufzustehen.
Diese Botschaft entfaltete sich in all ihrer Tiefe auch dank der Musik. Sie ist bei Lightroom weit mehr als bloße Begleitung, sondern spielt eine Hauptrolle. Yvonne Sperling prägte gemeinsam mit Kira Westermann (Violine) und Ralf Westermann (Piano) den Abend in der ehemaligen Abteikirche Corvey und begeisterte die Besucherinnen und Besucher.
