Es waren wenige, aber prägende Jahre, die Burkhard Foltz in Höxter verbracht hat. Daher liebt er seine Geburtsstadt bis heute und verbindet mit ihr und auch mit dem Welterbe Corvey einen wahren Schatz schöner Kindheitserinnerungen. Diese hat der 80-jährige Aquarellmaler ebenso in seine Bilder einfließen lassen wie fundierte Kenntnisse aus der Stadthistorie und aus der Baugeschichte der ehemaligen Benediktinerabtei am Weserstrand.

Die Doppelturmfassade des Westwerks ist das Gesicht der Welterbestätte. Burkhard Foltz ist immer wieder beeindruckt und verbindet mit Corvey auch viele Erinnerungen. Aquarelle und Fotos: Burkhard Foltz
Nicht nur in Gedanken, sondern auch bei seinen regelmäßigen Besuchen in der alten Heimat wandelt der Künstler immer wieder gern entlang einer Perlenschnur, deren Fixpunkte die Landesgartenschau 2023 verknüpft und in der Wahrnehmung der Menschen deutlich aufgewertet hat: die Altstadt, die Weser und das Welterbe. Dieser Dreiklang, verbunden durch das zur Gartenschau durchgreifend neugestaltete Flussufer, verstärkt die engen historischen Verflechtungen zwischen Stadt und Kloster.

Burkhard Foltz besucht regelmäßig Höxter und Corvey. Foto: Edith Foltz
Künstler war als Kind regelmäßig in der Kirche
Das Flaggschiff unter den Klöstern der Region adelt Höxter inzwischen als Welterbestadt. Der Aufstieg in die Champions-League – das Erbe der Menschheit – setzt der jüngeren Geschichte Corveys eine Krone auf. 2014 schlug für die ehemalige Benediktinerabtei diese große Sternstunde. Bei Burkhard Foltz, der seit 71 Jahren in Hannover lebt, war die Freude über die Welterbe-Anerkennung damals groß. Zumal er mit Corvey aufgewachsen ist. „Als Kind war ich einmal in der Woche in der Kirche“, sagt der Aquarellkünstler. Und geht in Gedanken sogleich durch den Kreuzgang.
Von der Doppelturmfassade des karolingischen Westwerks – dem heutigen Gesicht der Welterbestätte – ist der Maler seit jeher immer wieder beeindruckt. Natürlich hat er die markante Bruchstein-Front künstlerisch in Szene gesetzt. Auf den Betrachtenden springt gleich auf den ersten Blick ein Funke über. Was nicht nur kunstfertig, sondern auch mit Leidenschaft gemalt ist, erreicht das Auge und trifft zugleich mitten ins Herz. Diesen Eindruck vermitteln die Heimat-Motive von Burkhard Foltz.

So stellt sich Burkhard Foltz das Westwerk mit vorgelagertem Atrium im Jahr seiner Fertigstellung, 885, vor. Es ist als Dreiturmanlage errichtet worden.

Dieses Motiv, entstanden zum 1200-jährigen Bestehen der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey 2022, zeigt das Westwerk mit Atrium und die karolingische Basilika.
Zu einer künstlerischen Retrospektive auf das Corvey der Karolingerzeit hat ihn letzthin das 1200-jährige Bestehen der Abtei am Weserstrand inspiriert. Anlässlich des Jubiläums – von der Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus ein Jahr lang hochkarätig gefeiert – hat der Künstler die Baugeschichte der Klosterkirche in den Blick genommen und das Westwerk nicht nur als die Doppelturmfassade von heute, sondern auch als Dreiturmanlage in Szene gesetzt. Als solche hatten die Mönche den Westbau 873 bis 885 errichten lassen. Unter Abt Wibald von Stablo wurde der dritte Turm dann Mitte des 12. Jahrhunderts abgerissen.
Beruf als Architekt kommt Künstler zugute
Die Dreiturmanlage hat Burkhard Foltz nicht nur mit dem vorgelagerten Atrium, sondern in einem weiteren Bild auch mit der 1665 abgebrochenen karolingischen Basilika gemalt. Orientiert hat er sich, wie er sagt, an Abbildungen. Der Maler bringt aber auch die eigene Fantasie ein.

Ein weiteres heimatliches Motiv von Burkhard Foltz ist die Allee bei Corvey. Das stimmungsvolle Aquarell fesselt den Blick des Betrachters.

Mit Sonnenstrahlen lässt der Künstler das Dreizehnlindenkreuz an der Weser bei Corvey in mystischem Licht erscheinen.
Bei diesen baugeschichtlichen Studien und künstlerischen Umsetzungen kommt dem gebürtigen Höxteraner sein Beruf zugute. Denn Burkhard Foltz ist Architekt. Bis zu seinem Ruhestand hat er 30 Jahre bei der Stadt Hannover gearbeitet. Aus seiner Heimat an der Weser hat er stadtbildprägenden Gebäuden wie dem Historischen Rathaus und der Dechanei, aber auch versunkenen Wahrzeichen wie der 1810 abgerissenen mittelalterlichen Petrikirche auf dem Gelände des heutigen Stadthauses mit seiner besonderen künstlerischen Handschrift ein Denkmal gesetzt.
Höxter und Corvey im Winteridyll
Für Weihnachtskarten taucht er Altstadt-Ansichten mit dem Historischen Rathaus oder der Dechanei auch gern in eine Schnee-Idylle. Erinnerungen an die strengen, weißen Winter seiner Kindertage fließen in die Arbeiten ein. Auch Corvey malt der Künstler bisweilen im weißen Winterkleid.
Die Verbundenheit zum Welterbe und zu seiner Geburtsstadt ist in 71 Jahren nie abgebrochen. Mit Ehefrau Edith besucht er Höxter, die Weser und Corvey nach wie vor regelmäßig. „Es ist nicht ein Jahr ins Land gegangen, in dem ich nicht in meiner Heimat war. Mir fehlt etwas, wenn ich meine Weser nicht sehe. Deshalb zieht es mich immer wieder hierher. Meine Freude an dieser Stadt ist so groß wie vor vielen Jahren.“
Diese Freude wird seine künstlerische Schaffenskraft sicher weiter beflügeln und Aquarelle aus der Heimat hervorbringen. Wir danken Burkhard Foltz für die Erlaubnis, auf unserer Homepage und unseren Social-Media-Kanälen Corvey-Aquarelle zu veröffentlichen.



