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Großer Jahrestag: Corvey seit zehn Jahren Weltkulturerbe

By 6. Januar 2024Februar 15th, 2024No Comments

Nach der festlichen Zeit anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey hat erneut ein besonderes Jahr begonnen. Am 21. Juni jährt sich zum zehnten Mal die Anerkennung des karolingischen Westwerks und des als Bodendenkmal erhaltenen mittelalterlichen Klosterbezirks, der Civitas Corvey, zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Diese Plakette erinnert an die Ernennung des Westwerks und der Civitas Corvey zum Weltkulturerbe.

Diese Plakette erinnert an die Ernennung des Westwerks und der Civitas Corvey zum Weltkulturerbe. Fotos: Sabine Robrecht

Dieser Jahrestag macht uns stolz und glücklich. Wir werden ihn natürlich feiern.

Die Welterbeanerkennung war ein Meilenstein in der Geschichte Corveys. Die ehemalige Reichsabtei stand im Licht einer internationalen Öffentlichkeit, als das Welterbekomitee der UNESCO das Westwerk und die Civitas am 21. Juni im Golfstaat Katar in die Liste der wichtigen Kulturstätten der Menschheit eintrug. Im In- und Ausland, aber auch vor Ort in Höxter war die Freude groß.

Der Erfolg der Bewerbung um den Titel hat viele Mütter und Väter. Zu den Ideengebern und Initiatoren gehören der ehemalige Landrat des Kreises Höxter, Hubertus Backhaus (1945 – 2012), und Dr. Birgitta Ringbeck (Auswärtiges Amt Berlin), die auch das Autorenteam des Welterbe-Antrags leitete. Ihnen ist es wesentlich mitzuverdanken, dass Corvey als einziges Weltkulturerbe in Westfalen glänzt.

Dass die Abtei im Karlsjahr 2014 – dem Gedenkjahr anlässlich des 1200. Todestags Karls des Großen – mit dem Welterbetitel geadelt wurde, war eine schöne Fügung. Denn auf den Herrscher der Franken und ersten abendländischen Kaiser des Mittelalters geht die Gründung des Benediktinerklosters bei Höxter zurück.

Winter in Corvey: Während der Klosterort an der Weser eine winterliche Beschaulichkeit ausstrahlt, bereiten wir die Ereignisse dieses besonderen Jahres vor.

Karl hatte die Vision, nach seinen 30 Jahre dauernden Sachsenkriegen im mit dem Schwert christianisierten Sachsenland ein Kloster zu gründen. Nachdem der Herrscher 814 gestorben war, setzte sein Sohn Ludwig der Fromme die Vision um. Ein erster Versuch 815 in Hethis (wahrscheinlich im Solling) scheiterte an den unwirtlichen örtlichen Bedingungen. Am Ufer der Weser schließlich legten Mönche aus dem westfränkischen Corbie auf Geheiß Ludwigs den Grundstein für ein erfolgreiches klösterliches Missionszentrum.

Festschrift zum Jubiläum in Arbeit

Als Leuchtturm mit großer Geschichte und auch als lebendigen Ort des Glaubens haben viele Menschen Corvey im Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen erlebt und empfunden. Das Festprogramm und seine große Resonanz bestärkt uns darin, ambitioniert in ein erneut besonderes Jahr zu gehen. Wir arbeiten an einer Jubiläumsfestschrift, die zum Zehnjährigen der Welterbe-Ernennung erscheinen soll, und sehen mit Spannung der Eröffnung der rundum erneuerten Dauerausstellung  zu Saisonbeginn entgegen. Unter der Ägide des ehemaligen Direktors des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Paderborn, Professor Dr. Christoph Stiegemann, erlebt die Schau in den Räumen des Schlosses mit kostbaren Leihgaben der Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus einen fulminanten Relaunch.

Große Ausstellung im Diözesanmuseum

Im Diözesanmuseum rückt vom 21. September an eine hochkarätige Sonderausstellung das Weserkloster und seine Bedeutung ins Scheinwerferlicht: “Corvey und das Erbe der Antike”. Dieses Großprojekt reiht sich ein in die glanzvollen kunst- und kulturhistorischen Schauen des Hauses und spannt zum zehnten Jahrestag der Welterbe-Anerkennung Corveys einen Bogen von der Pader an die Weser. Denn für die Rezeption der Antike im Mittelalter legt das Kloster bei Höxter ein Zeugnis ab, das sich bis heute an diesem charismatischen Ort in Baukunst und zaghaft erhaltener Wandmalerei eindrücklich ablesen lässt.

Wir werden also wieder viel zu berichten haben über unser unvergängliches Corvey.

Text: Sabine Robrecht