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Virtueller Rundgang zum Tag des Denkmals

By 13. September 2020No Comments

Zum „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September, der wegen der Corona-Pandemie digital begangen wird, laden wir auf unseren Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram zum virtuellen Rundgang ein.

Wir lassen Bilder sprechen und nehmen Sie mit ins Welterbe Westwerk Corvey und die barocke Abteikirche.  Der „Tag des offenen Denkmals“ 2020 hat ein Motto, das vortrefflich zum Weltkulturerbe Corvey passt: „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Das wissenschaftliche Kompetenzteam zur didaktischen Erschließung des karolingischen Westwerks hat genau das im Sinn: an die Bedeutung und die Geschichte dieses Leuchtturms der Christenheit zu erinnern, die unschätzbar wertvolle Substanz aus karolingischer Zeit zu erhalten und die Kunst- und Kulturgeschichte mittels moderner Technologien im Sinne einer zeitgemäßen und fesselnden Vermittlung neu zu denken.

Korinthische Kapitelle krönen die Säulen in der Eingangshalle des karolingischen Westwerks.

Letzteres wird die Menschen für das Weltkulturerbe im Weserbogen bei Höxter begeistern. Denn die Besucher werden auf Spurensuche gehen und erfahren, was beispielsweise die berühmte Odysseus-Szene und die Sinopien (Vorzeichnungen für lebensgroße Figuren) im Johanneschor des Westwerks so besonders macht. Erschaffen vor fast 1200 Jahren, werden fragmentarisch erhaltene Wandmalereien und andere Gestaltungselemente dieses hochbedeutenden Sakralraums ihre Entstehungsgeschichte und ihre spirituelle Botschaft erzählen. Das wissenschaftliche Kompetenzteam bringt Mauern und erhaltene Malereien zum Sprechen – multimedial und in Wechselwirkung mit der unvergleichlichen Aura des Ortes. Besucher des Johanneschors werden zu Forschern oder schauen den Künstlern über die Schulter. Augmented Reality macht es möglich.

Zuvor unternehmen die Gäste in der Erdgeschosshalle mit ihren prächtig gekrönten Säulen eine filmische Zeitreise in Corveys Geschichte. Die Planungen, deren Umsetzung immer näher rückt, finden in der internationalen Fachwelt große Anerkennung.

Zum „Tag des offenen Denkmals“ wecken wir nun die Vorfreude auf die Erschließung dieser so strahlkräftigen ehemaligen Benediktinerabtei. Wir nutzen auch die Gelegenheit, über weitere Fortschritte der restauratorischen Arbeiten im Westwerk zu berichten. Der Austausch einer Gipsdecke im südlichen Seitenschiff des Erdgeschosses, deren Last über Jahrzehnte falsch abgeführt worden war, ist inzwischen fast abgeschlossen. Die Decke war in den 1960-er Jahren neu eingezogen worden und grenzte unmittelbar an die mehr als 1000 Jahre alten Wandfriese. Die neue Decke hat jetzt einen Abstand zu den wertvollen karolingischen Malereien. Mitarbeiter der Firma Nüthen Restaurierungen aus Bad Lippspringe haben sorgfältig diesen Wandabstand hergestellt. Karen Keller, restauratorische Fachbauleitung, hat diese Arbeiten im Bild festgehalten.