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Auf den Spuren Ansgars in Corvey

By 13. März 2020 No Comments

Vertreter der Nordischen Bischofskonferenz besuchen ehemalige Benediktinerabtei

Die Spuren des heiligen Ansgar, der als „Apostel des Nordens“ Weltgeschichte geschrieben hat, führen nach Corvey, wo er im 9. Jahrhundert der Klosterschule vorstand. Von dort aus zog der bedeutende Gottesmann schon kurz nach der Gründung der Benediktinerabtei hinaus, um im hohen Norden das Evangelium zu verkünden. Aus den Ländern, die er missionierte und von denen aus die Strahlkraft seiner Botschaft weitere Kreise zog, besuchten jetzt Würdenträger der katholischen Kirche im Rahmen der Tagung der Nordischen Bischofskonferenz die einstige Wirkungsstätte des bedeutenden Benediktinermönchs an der Weser.

Im Chorgestühl der Abteikirche Corvey nahmen de Gäste Platz. Professor Stiegemann erläuterte ihnen die Planungen zur Erschließung des Westwerks.

Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek und der Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, Professor Dr. Christoph Stiegemann, begrüßten in Corvey mit großer Freude die Teilnehmer der Nordischen Bischofskonferenz, die sich auf Einladung von Erzbischof Hans-Josef Becker und des Bonifatiuswerkes in Paderborn zu ihrer Frühjahrstagung versammelt hatten. Enge freundschaftliche Verbindungen nach Paderborn bestehen bereits seit 1974. Seit dieser Zeit unterstützt das Bonifatiuswerk die nordeuropäischen Katholiken.

Professor Stiegemann betreut mit seinem wissenschaftlichen Kompetenzteam die didaktische Erschließung des Westwerks und schilderte den Gästen aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island plastisch, wie fesselnd die frühmittelalterliche Geschichte Corveys in den kommenden Jahren multimedial und in Wechselwirkung mit der Aura des Ortes erblühen soll. Den Wissenschaftlern ist es ein Anliegen, das Westwerk nicht nur als eines der hochrangigsten Architekturzeugnisse der Karolingerzeit, sondern auch als geistig-geistliches Zentrum der Christenheit in ein breites öffentliches Bewusstsein zu bringen.

Bischöfe, Mentoren und Vertreter des Bonifatiuswerkes vor dem Kloster Corvey.

Zu den „großen monastischen Köpfen“, so Professor Stiegemann, die diese Geschichte geschrieben haben, gehört der bis heute verehrte Missionsbischof Ansgar.  „Das Interesse an ihm ist sehr groß. Der Kardinal von Stockholm war bestens informiert“, berichtete Stiegemann nach dem Besuch der Nordischen Bischofskonferenz.

Ansgar gehörte zu den ersten Mönchen, die sich vom französischen Corbie aus auf den Weg machten, um 822 in der Einöde des Sachsenlandes ein Kloster zu gründen. Von dort aus missionierte er die Länder,  aus denen Bischöfe und andere Würdenträger jetzt zu den Wurzeln seines Wirkens zurückkehrten.

Trotz der Baustellenatmosphäre in der Erdgeschosshalle des Westwerks und im Johanneschor mit dem markanten „Wald“ aus Gerüsten konnten sich die Besucher ein Bild von der einzigartigen Architektur des Westwerks machen und die besondere Spiritualität dieser hochbedeutenden Glaubensstätte erspüren. Der Kirchengemeinde ist, wie die Gäste erfuhren, an einem lebendigen und impulsgebenden Glaubensleben in Corvey gelegen. Jahr für Jahr begeht sie den Gedenktag des heiligen Ansgar (3. Februar) mit einer Vesper.