aktuellPresse

Wo der Himmel die Erde berührt

By 30. März 2021No Comments

„1200 Jahre Corvey – wo der Himmel die Erde berührt“: Dieses Motto wird über den Jubiläumsfeierlichkeiten stehen, die von September 2022 bis November 2023 mit einer hochkarätigen und vielgestaltigen Veranstaltungsreihe an den Beginn des benediktinischen Ordenslebens im Weserbogen bei Höxter erinnern. Ideengeberin des Leitworts ist Angelika Gabriel aus der Orgelstadt Borgentreich. Sie hat den Mottowettbewerb für das Corvey-Jubiläum gewonnen und ist überglücklich, dass ihr Vorschlag demnächst auf Bannern, Fahnen und in Publikationen vom großen Jahrestag der Klostergründung künden und das ansprechende Festprogramm in Anlehnung an die Spiritualität dieses Leuchtturms und lebendigen Glaubensortes überschreiben wird.

Preisübergabe vor dem karolingischen Westwerk: Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek (rechts) dankte Angelika Gabriel (2. von rechts), Eva Greipel-Werbeck und Hans-Werner Gorzolka für ihre Ideen. Neben Gutscheinen der Werbegemeinschaft überreichte der Geistliche den drei Erstplatzierten im Namen der Kirchengemeinde ein Präsent mit Corvey-Wein aus dem Hause Rindermann und den Erträgeband der internationalen Tagung „Neue Technologien zur Vermittlung von Welterbe“. Foto: Kirchengemeinde Corvey

Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey, die die Feierlichkeiten vorbereitet, hatte den Mottowettbewerb ausgelobt und war erfreut über die große Resonanz. Die Jury hatte bei knapp 40 Einsendungen mit insgesamt etwa 80 Vorschlägen die Qual der Wahl. „Wir freuen uns sehr über die vielen Ideen“, betont Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek. Sie kamen aus Höxter und Umgebung, aber auch aus entfernteren Orten wie Seevetal, Braunschweig, Paderborn und Greven. Das rege Interesse am Wettbewerb gibt der Steuerungsgruppe unter der Leitung des Pfarrdechanten, die das Jubiläum intensiv vorbereitet, Rückenwind für ihre weiteren Planungen.

Besondere Stimmung

Als der Geistliche den drei Erstplatzierten jetzt vor dem karolingischen Westwerk, dem Gesicht des Weltkulturerbes Corvey, die Preise für ihre Mottovorschläge übergab, tauchte die Abendsonne des Frühlings die markante Doppelturmfassade in ein goldschimmerndes Licht. Diese besondere Stimmung unterstrich die unvergleichliche Aura des weltbedeutenden Bau- und Kulturdenkmals, von der Angelika Gabriel ebenso hingerissen ist wie die Zweitplatzierte des Wettbewerbs, Eva Greipel-Werbeck (Höxter), und der Gewinner des dritten Platzes, Hans-Werner Gorzolka.

Die Fassade des karolingischen Westwerks vermittelt in ihrer Wirkmächtigkeit den Eindruck, dass der Himmel die Erde berührt.

„Das Jubiläum ist vielleicht ein Ausgangspunkt dafür, dass die Menschen sich der Bedeutung dieses Ortes mehr bewusst werden“, formulierte Angelika Gabriel einen Wunsch. Die Borgentreicherin ist als Sozialarbeiterin beim Kreis Höxter tätig und kennt Corvey von mehreren Besuchen. Sie hat im Kollegenkreis und auch mit dem Frauenchor und der kfd ihrer Heimatstadt an Führungen teilgenommen. So ist ihr das ehemalige Benediktinerkloster im Weserbogen ans Herz gewachsen – und sie empfindet es ebenso wie die Lourdesgrotte in Borgentreich als einen Ort, an dem der Himmel die Erde berührt.

Als Angelika Gabriel nun vom Mottowettbewerb für das Jubiläum las, fiel ihr dieses Leitwort spontan ein. „Vielleicht hatte ich das Lied ‚Da berühren sich Himmel und Erde‘ unbewusst im Kopf. Es wird in Borgentreich im Familiengottesdienst gesungen“, sagt sie.

Mehrere Ideen eingereicht

Die Gewinnerin gehört zu den Einsenderinnen und Einsendern, die nicht nur einen Vorschlag eingereicht haben. Eva Greipel-Werbeck hatte ebenfalls mehrere Ideen. Auf dem zweiten Platz kam ihr Motto „Corvey 822-2022 – Aufbruch in ein einiges Europa“. Die Gymnasiallehrerin, die 37 Jahre am KWG Höxter unterrichtet hat, kennt sich als Historikerin mit Corveys Geschichte profund aus. „Es ist faszinierend, dass sich das Kloster in kürzester Zeit zu einem Anziehungspunkt entwickelt hat.“ In ihrem Mottovorschlag spiegeln sich Corveys prägende Impulse für die Christianisierung Europas etwa durch den heiligen Ansgar, den Apostel des Nordens, wider.

Um diese Strahlkraft ging es auch dem Kreisheimatpfleger und ehemaligen Leiter der Abteilung Planen und Bauen beim Kreis, Hans-Werner Gorzolka, mit seiner Motto-Idee „Von der Weser in die Welt“. „Ich schließe die Gründungen Corveys in der Region – als Ovenhäuser denke ich da natürlich besonders an den Heiligenberg – mit ein“, betont Gorzolka, der auch in der Steuerungsgruppe für das Jubiläum mitarbeitet und eine klare Einschätzung trifft: „Corveys Außenwirkung hat Weltgeltung.“ Für den christlichen Glaubens sei die ehemalige Reichsabtei „ein zentraler Ort mit Strahlkraft und Geschichte“.

Steinernes Zeugnis dieser Wirkmächtigkeit ist das Westwerk, von dessen Anblick Eva Greipel-Werbeck, wie sie sagt, immer wieder berührt ist. Sie gehe bewusst immer den weiten Weg am Besucherzentrum entlang zum Westwerk, um dieses „Monument der Stärke des christlichen Glaubens“ auf sich wirken zu lassen.

Einladung in die Himmelsstadt

Als solches steht das Gesicht des Welterbes im Jubiläumsjahr im Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Das Motto der Feierlichkeiten, „Wo der Himmel die Erde berührt“, korrespondiert mit der Überschrift der geplanten multimedialen Erschließung des Westwerks: Unter dem Leitwort „Von Engeln bewacht – die Himmelsstadt“ vergegenwärtigt ein wissenschaftliches Kompetenzteam des Erzbistums Paderborn unter der Leitung des ehemaligen Direktors des Diözesanmuseums, Professor Dr. Christoph Stiegemann, mithilfe digitaler Tools die große monastische Geschichte Corveys. Das Programm des Jahrestages der Klostergründung gerät mithin, wie es Dr. Christiane Ruhmann vom Diözesanmuseum voller Vorfreude auf den Punkt bringt, zu einer „Einladung in die Himmelsstadt“. Diese Einladung rundet als Untertitel das Jubiläumsmotto ab.