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Tag des offenen Denkmals am 8. September

By 26. August 2019 August 29th, 2019 No Comments

Welterbe-Westwerk öffnet die Türen

Das Team um das Welterbe Corvey nimmt am Sonntag, 8. September, zum zweiten Mal am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ teil und bietet kostenlose Führungen durch das karolingische Westwerk und die barocke Abteikirche an. Die von Experten begleiteten Erkundungen der Welterbestätte starten um 10, 11, 14 und 15 Uhr.

Corvey, Fassade karolingisches Westwerk

Abteikirche Corvey, Fassade karolingisches Westwerk · Foto: Kalle Noltenhans

Die Besucher treffen sich vor dem Haupteingang des Schlosses. Sie werden gebeten, sich an den ausgewiesenen Sammelpunkten zu melden. „Der Eintritt für das Westwerk ist an diesem Tag im Rahmen der Führungen frei“, erläutert das Welterbe-Team. Für das Schloss Corvey gelten die üblichen Preise.

Der „Tag des offenen Denkmals“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Gäste gehen der spannenden Frage nach, wie durch „Umbrüche“ neue Kunst- und Baustile herbeigeführt werden konnten und wie diese Zeitzeugnisse die jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gegebenheiten abbilden.

Die Abtei Corvey steht hier exemplarisch: Spricht man über die Anfänge des Christentums im frühmittelalterlichen Sachsen, so kann dieses hochbedeutende geistliche Zentrum in dem  Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Herausragende Baumeister und Künstler schufen im 9. Jahrhundert ein Gebäude, dessen universeller Wert durch den Welterbetitel unbestritten ist. Das Gesicht des Welterbes fasziniert durch eine einzigartige Architektur und Bilderwelt, die es zu erschließen und zu bewahren gilt.

Hinsichtlich der Umbrüche zu neuen Baustilen,  um die es beim „Tag des offenen Denkmals“ ebenfalls geht, ist das Welterbe-Westwerk ebenfalls ein treffliches Beispiel. Denn es liefert, so die Deutsche UNESCO-Kommission, „die Grundlage für weitere technische und bautypologische Entwicklungen in romanischer und gotischer Zeit, die im Barock neu interpretiert wurden“.

Der Besuch am 8. September verspricht also höchst anregend zu werden. Die katholische Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey  freut sich auf viele Gäste.

Detail Rankenbaum im Johanneschor · Foto: Kalle Noltenhans

Die Besucher können sich bei den Führungen natürlich auch einen Eindruck von den  aktuellen Arbeiten am Westwerk unter dem programmatischen Leitmotiv   „Hightech trifft Historie“ verschaffen. Der Erhalt der wertvollen Bausubstanz geht Hand in Hand mit einer zeitgemäßen Erschließung. Immer wieder fließen neue Untersuchungsergebnisse und wissenschaftliche Erkenntnisse ein, die geprüft und aufeinander abgestimmt werden müssen. All das ist die Basis für ein Gesamtkonzept, an dem ein ganzes Team von Fachleuten und Wissenschaftlern arbeitet.

Am „Tag des offenen Denkmals“ beleuchten die Experten an konkreten Beispielen die komplexen Anforderungen, die das Westwerk an das gesamte wissenschaftliche Team stellt. „So möchten wir Ihnen neben einer Führung durch die fast 1200-jährige Geschichte dieses einzigartigen Gebäudes eben auch das breite Spektrum von Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen vorstellen, mit denen Fachleute unterschiedlichster Disziplinen betraut sind.“ Geprägt sein wird der Denkmaltag nicht zuletzt von der Vorfreude auf die geplante multimediale Wiedererstehung der „Himmelsstadt“, als die das Westwerk  mit dem Johanneschor, als liturgisches Zentrum, vor annähernd 1200 Jahren geschaffen worden ist.

Die Entdeckungsreisen führen natürlich auch in die barocke Abteikirche, die ihrerseits ebenfalls viel zu erzählen hat.

Interessierte werden gebeten, sich unter der E-Mai-Adresse weltkulturerbe@pv-corvey.de oder über das Zentrale Pfarrbüro des Pastoralverbunds Corvey für eine der Führungen am  „Tag des offenen Denkmals“ anzumelden. Das Team bittet darum, zu  beachten, dass der Johanneschor nur über die mittelalterlichen Treppentürme erreichbar und daher für Menschen mit Gehbehinderung leider nicht zugänglich ist.

Weitere Informationen zum „Tag des offenen Denkmals“ gibt es unter denkmalschutz.de/denkmale-erleben